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CLOUTH:TICKER

Wir berichten aktuell vom Paper Summit 2026

05. November 2026

Als traditioneller Sponsor freuen wir uns, den zentralen Veranstaltungstag im Design Offices Humboldthafen zu begleiten und über die Präsentationen, Vorträge und Diskussionen zu berichten.

Durch das Event führte erneut Anke Plättner, Journalistin und Moderatorin. Den Auftakt machte Alexander von Reibnitz, Hauptgeschäftsführer „DIE PAPIERINDUSTRIE“. Damit die Bedeutung von KI auch symbolisch verdeutlicht wurde, folgte in diesem Jahr eine robotische KI-Unterstützung durch „Rohpappy“. Im Anschluss eröffnete Hans-Christoph Gallenkamp, Präsident „DIE PAPIERINDUSTRIE“, die Veranstaltung mit den politischen Forderungen des Verbandes. 
Er betonte die Bedeutung des gemeinsamem Agieren in der Papierindustrie. Hier könne gerade der Industriestandort Deutschland ein markanten Impuls setzen. Bezugnehmend auf die aktuelle Regierung, beklagte er mangelnde politische Führung und fehlende Verlässlichkeit in der Politik. Energiekosten, Lohnnebenkosten und steuerliche Belastungen bedrohen die Papierindustrie. Dies bestätigt die aktuelle Mitgliederbefragung, in der Energiepreise, Konjunkturentwicklung sowie Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, Bürokratieabbau und die Transformation zur Klimaneutralität als dominante Themen genannt werden.

Für die nächsten 10 Jahre werden verlässliche Rahmenbedingungen gebraucht, um diese  Herausforderungen zu meistern, so Hans-Christoph Gallenkamp. 

Bezugnehmend auf die Ergebnisse der Midterm-Wahlen in den USA warnte er zudem vor einer voreiligen Erwartungshaltung einer Entspannung der globalen Wirtschaftlichen Situation. Er werte diese Ergebnisse aber als Zeichen für den Sieg einer wehrhaften Demokratie. Die Unterstützung einer auf rechtstaatlichen, der Verfassung fußenden Demokratie unterstützt und fördert auch die Papierindustrie. Die beste Basis für die Sicherung der Demokratie sei gesamtgesellschaftlicher Wohlstand von Arbeitnehmern und Unternehmen. Uns das muss zentrales Thema für die Zukunft bleiben!

Der letzte Punkt seiner Präsentation war eine Warnung vor der Verlagerung CO2 intensiver Produktionen ins Ausland ebenso wie die Transformation zur Klimaneutralität. Er betonte, dass die Klimatransformation mit Erhalt der industriellen Substanz erfolgen muss. Mit Blick auf das kommende Jahr erwartet die Papierindustrie durch Preisdruck und Nachfragerückgang in einigen Segmenten weitere Konzentration auf dem deutschen Papiermarkt. Es werde lt. Papierindustrie mehr Mut bei ausstehenden Reformen gefordert. Schnell umsetzbare Dinge, wie eine Entschlackung bei Genehmigungen und Förderanträgen, sollten im ebenso Fokus stehen. Als negativ Beispiel erwähnte er die Strompreiskompensation. Diese sollte entlasten, steigert aber in der Realität den administrativen Aufwand erheblich.

Danach folgte die Keynote von Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Gefolgt vom Interview über politische Perspektiven und zentrale Herausforderungen für unsere Branche. Sie betonte den Willen der Regierung, den Standort Deutschland zu stärken und lösungsorientiert auf die Zukunft zu schauen. Sie betonte das Ziel, bis 2030 ca. 80% EE-Anteil an der Stromerzeugung zu erreichen, um Nachhaltigkeit und Preisstabilität zu erreichen. Dabei verwies Sie auf die krisenreiche vergangenen Jahre, welche den Handlungsspielraum limitieren. Das Ziel für die Zukunft sei klar - aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und Ressourcenunabhängigkeit zu erreichen. 

Sie lobte die Papierindustrie, die in den aktuellen Herausforderungen auch Chancen nutzen, so z.B. Produktionen von graphischen Papieren auf Verpackungspapiere umzustellen. Dabei wurden auch die Stärke der deutschen Papierindustrie in Europa (Nr.1) und weltweit (Nr. 5) gelobt. Abschließend bekräftigte sie den Willen der Regierungen zum weiteren entscheidenden Dialog mit Verbänden und Unternehmen.

Im weiteren Verlauf richtete sich der Blick auf die Zukunft der Papierindustrie in Deutschland und Europa. Felix Grünewald und Dr. Felix Kaiser, Partner bei McKinsey, stellten die aktuellen Herausforderungen vor: Nachfragerückgang, die Abhängigkeit vom Import recycelter Papier, Überkapazitäten und teilweise hohe Fertigungskosten. 

Um diesen Herausforderungen zu meistern, sei eine weitere Konsolidierung des Marktes erforderlich, weitere Diversifikation und Innovation sowie operative Exzellenz. 

Auch das Thema Künstliche Intelligenz in der Papier- und Zellstoffindustrie war Teil des heutigen Tages. Prof. Dr. Claudia Bünte von der SRH University of Applied Sciences Heidelberg hat hierzu einen Impuls gegeben. In ihrem Vortrag wurde die rasante Entwicklung der KI und deren Bedeutung sowohl für die Industrie, als auch für die Arbeitswelt und Gesellschaft insgesamt betont. Sie verdeutlichte den Vorsprung von China und welche Lehren aus den zu beobachtenden Entwicklungen gezogen werden könnten. 

Anschließend hat Amir Mirsakarimi, Geschäftsführer der Drewsen Spezialpapiere GmbH ein praktisches Beispiel für die Anwendug von KI präsentiert. Er zeigte, wie Drewsen Spezialpapiere vorhandene Daten nutzt, um Prozessvarianzen zu ermitteln, zu beobachten und Optimierungen durchzuführen. Ein eindrucksvolles Beispiel für den Mut, die Möglichkeiten der KI systematisch zu nutzen.

Ein Panel führte die unterschiedlichen Sichtweisen zusammen. Zum Abschluss ging es um die nächste Generation und die Zukunft von Familienunternehmen. Prof. Dr. Heiko Kleve vom Wittener Institut für Familienunternehmen sprach über Familienunternehmen und Familienunternehmertum und die Herausforderung der Weitergabe. Danach diskutierte er gemeinsam mit Joseph Weig, dem technischen Koordinator der Weig Holding und Geschäftsführer des Werks Annweiler, im Panel. Dieser übernimmt im Familienunternehmen nach und nach als Vertreter der nächsten Generation Verantwortung.

Wir bedanken uns für die erfolgreiche Veranstaltung. Die gesetzten Impulse und der offene Austausch zeigen einmal mehr, wie sehr gemeinsame Perspektiven unsere Branche voranbringen.

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